Neu im Tiergarten: Das Moschustier

Im Tiergarten der Stadt Nürnberg lebt seit dem 10. Dezember 2020 ein erstes Exemplar des Sibirischen Moschustiers. Das Männchen kam auf Empfehlung des Europäischen Arterhaltungsprogramms EEP aus dem Zoo Leipzig nach Franken. Moschus, ist das nicht der sagenumwobene Duftstoff, der schweren Parfums ihren besonderen Duft verleiht? Tatsächlich werden Moschustiere seit Jahrtausenden gejagt, um an den wertvollen Duftstoff in den Drüsen der männlichen Tiere zu kommen. Moschustiere sind kleine Paarhufer. Sie leben in Mittel- und Ostasien und dort vorwiegend in bewaldeten, höheren Lagen der Bergregionen. In der Roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) wird das Sibirische Moschustier als „gefährdet“ geführt, der Populationstrend ist abnehmend. Laut IUCN leben in Russland und der Mongolei zusammen nur noch rund 15 000 Moschustiere. Moschustiere haben kein Geweih, dafür aber verlängerte, spitze Eckzähne. Bei älteren Männchen ragen diese über den Unterkiefer hinaus und so erinnern die Pflanzenfresser an kleine Sbelzahntiger. Die Tiere sind, anders als ihr Aussehen nahelegt, nicht mit Hirschartigen, sondern mit Hornträgern wie Antilopen, Ziegenartigen und Rindern verwandt. Der starke Geruch des Moschus ist ein Kommunikationsmittel der Tiere, vermutlich markieren die Männchen damit ihr Revier. Das Moschus ist auf dem Weltmarkt äußerst begehrt. Wilderei und illegaler Handel stellen demzufolge eine Gefahr für die Bestände der Moschustiere dar. Obwohl nur männliche Tiere über den begehrten Duftstoff verfügen, werden weibliche Tiere quasi als Beifang mitgetötet. Angaben der Naturschutzorganisation World Wide Fund For Nature zufolge werden mehr als 90 Prozent des weltweit verbrauchten Moschus in der asiatischen Medizin genutzt, geringe Mengen werden auch in der europäischen Parfümindustrie verwendet. Sibirische Moschustiere (Moschus moschiferus) werden in Deutschland in Leipzig und im Tierpark Berlin gehalten und in der Europäischen Zoogemeinschaft in Estland (Tallinn), Finnland (Ranua), Russland (Chabarowsk), Schottland (Edinburgh) und Tschechien (Usti). 
 
Foto / Bericht: Tiergarten Nürnberg/Jörg Beckmann
 
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